EMS-System: Bedeutung für Unternehmen
Steigende Energiekosten, verschärfte Umweltauflagen und ein wachsender Bedarf an nachhaltiger Betriebsführung zwingen Unternehmen zum Umdenken. Die Energieeffizienz wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor, sowohl aus ökologischer, als auch wirtschaftlicher Sicht. Ein modernes EMS-System bietet die nötige Transparenz, Kontrolle und Steuerungsmöglichkeit.
Wir zeigen Ihnen, wie ein EMS-System funktioniert, welche Vorteile es bietet und wie Unternehmen es sinnvoll einsetzen.
Ein EMS-System (Energie Management System) ist eine digitale Plattform zur Erfassung, Analyse und Optimierung von Energieflüssen. Es verbindet präzise Messtechnik mit intelligenter Software und organisatorischen Prozessen. Damit machen Unternehmen sämtliche Energieflüsse im Unternehmen sichtbar und nutzen gezielt Einsparpotenziale, verbessern Prozesse und erfüllen regulatorische Anforderungen.
Ein vollständiges EMS-System besteht aus mehreren Komponenten:
Messtechnik
Präzise Messgeräte wie Netzanalysatoren und Zähler erfassen Strom, Gas, Wasser oder Druckluft in Echtzeit. Sie bilden die Grundlage für eine lückenlose Energietransparenz im gesamten Unternehmen.
EMS-Software
Die Software verarbeitet die erfassten Daten und erstellt aussagekräftige Kennzahlen und Berichte. Sie alarmiert oder steuert automatisch und optimiert so die Energieeffizienz.
Visualisierung der Daten
Übersichtliche Energie Management Dashboards, Diagramme und Kennzahlenansichten machen auch komplexe Energieflüsse verständlich und schaffen Transparenz für technische und strategische Entscheidungen.
Organisatorische Prozesse
Prozesse bilden die Schnittstelle zwischen Technik, Management und operativem Handeln. Dazu werden Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Kommunikationswegen im Energie-Management-Team festgelegt.
Wofür wird ein EMS-System eingesetzt?
Mit einem EMS-System nutzen Unternehmen Ihre Energie systematisch und dauerhaft effizient. Typische Einsatzbereiche sind industrielle Fertigungsbetriebe, Rechenzentren, Kliniken, Bürogebäude oder Infrastrukturprojekte. Es bildet die Grundlage für:
- Transparente Energieflüsse
- Lastmanagement und vermeiden von Spitzenlasten
- Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (z. B. EnEfG, ISO 50001)
- Reduzieren der CO2-Emissionen
- Strategische Investitionsentscheidungen basierend auf belastbaren Energiedaten
Gerade in energieintensiven Branchen ist ein EMS-System längst nicht mehr Kür, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
EMS-Software im Überblick: Funktionen und Nutzen
Die zentrale Intelligenz eines EMS-Systems steckt in der EMS-Software. Sie muss mehr als nur Daten darstellen. Eine leistungsstarke EMS-Software wie GridVis® von Janitza erfüllt unter anderem folgende Anforderungen:
- Datenerfassung und -integration: Verarbeitung großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen (Strom, Wasser, Gas, Wärme, etc.)
- Analysefunktionen: Darstellung historischer Lastgänge, KPIs (z. B. kWh/kg Produkt), Benchmarking, EnPIs
- Berichtswesen: Erstellung von ISO 50001 Reports, Nachweise für Behörden oder Fördermittelgeber
- Alarmmanagement: Warnmeldungen bei Grenzwertüberschreitungen oder Ausfällen
- Damit steuern Unternehmen ihre Energienutzung strategisch und in Echtzeit.

Energiemanagement leicht gemacht – mit GridVis®
Mit GridVis® können Sie alle Energiedaten in Echtzeit überwachen, historische Verbräuche aufzeichnen und übersichtlich visualisieren. Die Software bietet vielfältige Auswertungsmöglichkeiten – von Lastgängen über Verbrauchsprofile bis hin zur Berechnung von Kennzahlen (EnPIs) für ISO‑50001-Berichte.
Damit die gesammelten Energiedaten tatsächlich Mehrwert liefern, muss ein EMS-System immer im Einklang mit geltenden Normen und Richtlinien betrieben werden.
EMS-Systeme und Normen: Das müssen Sie beachten
Ein EMS-System ist ein technologisches und ein normatives Instrument.
Für Unternehmen relevant sind folgende Richtlinien:
- ISO 50001: Der internationale Standard für Energiemanagementsysteme – Pflicht für Unternehmen mit >7,5 GWh Jahresverbrauch.
- ISO 50005: Praxisleitfaden für KMU zur schrittweisen Einführung eines EMS.
- DIN EN ISO 50006: Kennzahlenbildung im EMS, Grundlage für EnPIs.
- DIN EN 50600-2-2 / ISO/IEC 22237-3: Spezifikationen für Rechenzentren.
Ein normgerechtes EMS-System erleichtert die Auditierung und öffnet den Zugang zu Förderungen für Energieeffizienz in Deutschland.

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Wie Unternehmen mit einem EMS-System profitieren
Ein EMS-System bietet über viele Ebenen hinweg Mehrwert, sowohl technisch als auch organisatorisch und wirtschaftlich:
Kosteneinsparung
Mit einem EMS-System optimieren Unternehmen gezielt Lasten, erkennen ineffiziente Anlagen und senken so Energiekosten. Echtzeitdaten machen sichtbar, wo Energie verschwendet wird, und ermöglichen automatische Steuerungen zur Vermeidung von Lastspitzen und Blindleistungsverlusten. So sinken Betriebskosten nachhaltig und mit kurzer Amortisationszeit.
Transparenz
Ein EMS-System macht Energieflüsse von der Gesamtanlage bis zur einzelnen Maschine nachvollziehbar. Diese Datentransparenz bildet die Basis für fundierte Entscheidungen, Priorisierungen und Investitionen. Energie wird damit vom reinen Kostenfaktor zu einer steuerbaren Ressource.
Wettbewerbsvorteile
Unternehmen machen Nachhaltigkeit messbar, erfüllen Normen wie ISO 50001, steigern ihre Glaubwürdigkeit und sichern sich so Vorteile in Ausschreibungen und Lieferketten. Ein strukturiertes Energiemanagement stärkt Wirtschaftlichkeit, Markenimage und Innovationskraft gleichermaßen.
Zukunftssicherheit
Ein EMS-System erkennt Risiken frühzeitig – etwa Spannungseinbrüche oder ineffiziente Lastverteilungen – und verhindert so Ausfälle oder Folgeschäden. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen flexibel: Neue gesetzliche Anforderungen, steigende Energiepreise oder Produktionsänderungen werden schnell integriert.
In Summe zeigt sich: Ein EMS-System ist weit mehr als ein reines Messinstrument. Es verbindet technische Präzision mit strategischem Nutzen, von der Kostensenkung über die Prozessoptimierung bis hin zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Unternehmen, die Energie aktiv managen, schaffen Transparenz und Effizienz und sichern sich langfristig Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Zukunftssicher mit einem EMS-System von Janitza
Janitza bietet eine ganzheitliche Lösung aus einer Hand: Präzise Messtechnik, skalierbare EMS-Software (GridVis®) und tiefes Branchen-Know-how. Ob im industriellen Umfeld, im Rechenzentrum oder im Gebäudebereich, Janitza EMS-Systeme lassen sich flexibel an bestehende Infrastrukturen anpassen und wachsen mit Ihren Anforderungen.
Weiterführende Informationen
- Ratgeber: Energiemanagementsystem: So nutzen Sie es
- Lösungen für Ihr Energiemanagement: Kosten senken und Umwelt schützen
- Messgeräte zur Netzanalyse: Präzise Messlösungen von Janitza
- GridVis®: Netzvisualisierungssoftware für Energiemanagement & Analyse
Häufige Fragen zu EMS-Systemen
Sie stellen die Fragen, wir haben die Antworten – in unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen von Janitza-Kunden, die uns zum Thema EMS-Systeme erreichen.
Was ist der Unterschied zwischen EMS-System und EMS-Software?
Das EMS-System umfasst sowohl Hardware (Messtechnik) als auch Software (Analyse, Visualisierung). Die EMS-Software ist das zentrale Steuerungs- und Auswertungsinstrument innerhalb dieses Systems.
Ist ein EMS-System nur für große Unternehmen sinnvoll?
Nein. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren von Energieeinsparungen, Förderzugängen und Transparenz. Die Norm ISO 50005 richtet sich beispielsweise vorrangig an KMU.
Welche Vorteile bietet GridVis® als EMS-Software?
GridVis® bietet Echtzeitüberwachung, Berichte gemäß ISO 50001, Alarmfunktionen und ist vollständig skalierbar. Zudem ist die Netzvisualisierungs-Software speziell für die Messgeräte von Janitza optimiert.
Welche Förderprogramme kann ich mit einem EMS-System nutzen?
Viele Programme auf Bundes- und Landesebene fördern Messtechnik, Beratung und Software, darunter auch die BAFA-Förderung. Voraussetzung ist oft eine Normkonformität nach ISO 50001 oder die Durchführung von Energieaudits.
Wie lange dauert die Einführung eines EMS-Systems?
Wie lange die Einführung eines EMS dauert, hängt vom Umfang und der Zielsetzung der geplanten Maßnahmen ab. Mit Janitza bauen Sie erste Systeme modular auf und erweitert schrittweise. So sind Sie bereits in wenigen Wochen startklar.