VERTEILNETZE WERDEN SMART

Projekt Standort
Rosenheim, Deutschland

Umsetzungsjahr
2025

Applikation
Lastmanagement, Spannungsqualität

Hardware
UMG 800, UMG 801, 800-CT-8-LP

Software
GridVis®

Service
Planung und Projektierung

Anforderung
Die Energiewende, der Ausbau dezentraler Energieerzeugung sowie die zunehmende Elektromobilität und elektrische Wärmeversorgung stellen Verteilnetzbetreiber vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig fordert §14a Energiewirtschaftsgesetz eine netzdienliche Steuerung großer Verbraucher wie Wärmepumpen oder Ladeeinrichtungen. Dafür benötigen Netzbetreiber mehr Transparenz in ihren Niederspannungsnetzen. Bei der Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG (SWRO) fehlte diese Transparenz insbesondere in älteren Ortsnetzstationen. Ziel war daher die umfassende Digitalisierung von rund 400 Stationen. Dies schafft Transparenz über Lastflüsse und Spannungsqualität sowie kritische Netzsituationen. Gleichzeitig musste die Lösung platzsparend, wirtschaftlich und einfach nachrüstbar sein.
Lösung
Die SWRO setzen bei der Digitalisierung ihrer Ortsnetzstationen auf Messtechnik und Software von Janitza. Bereits seit 2012 beschäftigt sich das regionale Versorgungsunternehmen mit digitalen Ortsnetzstationen und treibt nun den flächendeckenden Ausbau konsequent voran. Hintergrund ist auch die Einführung neuer Netzleitsysteme für Mittel- und Niederspannung, die Strom-, Gas- und Wassernetze in einer gemeinsamen SCADA-Umgebung zusammenfassen. Zum Einsatz kommen die modularen Energie- und Netzanalysatoren UMG 800 und UMG 801. Sie erfassen Ströme und Spannungen an den Niederspannungsabgängen sowie weitere Betriebsdaten wie Temperatur oder Türkontakte. Viele Messkanäle, Erweiterungsmodule und Low-Power-Wandler ermöglichen eine kompakte und skalierbare Lösung. Die Kommunikation der Messdaten erfolgt simultan an die Netzleitsysteme und an die Netzvisualisierungssoftware GridVis®. Die Messtechnik unterstützt Protokolle wie IEC-104, Modbus-TCP und MQTT. Etwa die Hälfte der Stationen ist an das eigene Kommunikationsnetz angebunden, die übrigen über Mobilfunk. Für die Nachrüstung bestehender Stationen entwickelten die SWRO gemeinsam mit Janitza ein standardisiertes Messgehäuse. Dieses enthält neben den Messgeräten auch ein Netzteil, Fernwirkgerät, Modem und USV. Die vorkonfektionierten Gehäuse lassen sich schnell installieren und unterstützen den geplanten Rollout innerhalb von drei Jahren.

Vorteile
Mit der Digitalisierung schaffen die Stadtwerke Rosenheim die Grundlage für ein transparentes und zukunftsfähiges Verteilnetz. Die kontinuierliche Überwachung der Netzparameter ermöglicht eine gezielte Überwachung der Spannungsqualität und trägt zu einer höheren Netzstabilität bei. Durch die standardisierten Messgehäuse können die SWRO auch ältere Ortsnetzstationen effizient nachrüsten. Gleichzeitig reduziert die einfache Integration in bestehende Leitsysteme den Implementierungsaufwand. Die neue Infrastruktur bildet die Basis für intelligente Netzsteuerungen. Künftig wollen die SWRO steuerbare Verbraucher und dezentrale Erzeuger wie PV-Anlagen gezielt regeln. Gleichzeitig erfüllt der Energieversorger die Anforderungen des §14a EnWG und schafft die Voraussetzungen für ein Smart Grid sowie einen digitalen Zwilling des gesamten Verteilnetzes.





