Project-Solutions-Teaser-Mehr Effizienz und Transparenz in der Produktion
Energieversorgung zwischen Effizienz, Stabilität und Steuerbarkeit

Energietransformation: Bedeutung, Chancen und Herausforderungen für Unternehmen

Die Energietransformation verändert, wie Unternehmen Energie erzeugen, nutzen und steuern. Steigende Komplexität, neue gesetzliche Anforderungen und volatile Energieflüsse machen Transparenz und Kontrolle zur Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Dieser Beitrag zeigt, warum Energiemonitoring dabei eine zentrale Rolle spielt und wie Unternehmen den Wandel aktiv gestalten können.

Dieser Beitrag zeigt, warum Energiemonitoring dabei eine zentrale Rolle spielt und wie Unternehmen den Wandel aktiv gestalten können.

Grundlegende Rahmenbedingungen

Die Energietransformation verändert grundlegende Rahmenbedingungen für Unternehmen. Energie wird zunehmend dezentral erzeugt, flexibel gespeichert und intelligent gesteuert. Wie konkret die Auswirkungen sind, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: Schon wenige gleichzeitig genutzte Ladesäulen können die vereinbarte Maximalleistung überschreiten und zu jährlichen Mehrkosten im vierstelligen Bereich führen. Solche Effekte verdeutlichen, dass Energieflüsse heute erfasst und aktiv optimiert werden müssen, um Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit sicherzustellen. Industrie, Gebäudeinfrastrukturen und Rechenzentren benötigen daher zunehmend präzise Messungen, hohe Transparenz und digitale Steuerbarkeit. 
Wir zeigen, wie Unternehmen diese Transformation beherrschbar machen und welche Rolle Energiemonitoring und intelligente Systeme dabei einnehmen.

Was bedeutet Energietransformation und warum betrifft sie jedes Unternehmen?

Die Energietransformation beschreibt den Wandel von zentral erzeugter Energie hin zu einem System mit zunehmend erneuerbaren, dezentralen und steuerbaren Energiequellen. In Deutschland stammten im Jahr 2024 bereits über 54 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Unternehmen müssen sich entsprechend auf ein neues Energieumfeld einstellen.

Für Unternehmen bedeutet das: Energieversorgung ist nicht mehr statisch und planbar, sondern volatil und abhängig von Sonne, Wind oder Speicherzuständen. Gleichzeitig verschiebt sich die Kostenstruktur: Neben den reinen Verbrauchskosten werden auch Faktoren wie Netzanschlusskapazität, Lastspitzen oder Blindleistungen relevant

Blackout als Extrembeispiel – Warum die Überwachung von Netzqualitäts-Parametern immer wichtiger wird

Wie real die Risiken für kritische Infrastrukturen sind, zeigte ein Ereignis vom 8. Januar 2021, als es in Europa zu einer der schwersten Netzstörungen der vergangenen Jahre kam. Ein technischer Defekt in Kroatien führte zu einer abrupten Netztrennung, die das europäische Verbundnetz in zwei Teile aufspaltete. In der Folge mussten Lasten automatisiert abgeworfen, industrielle Prozesse kurzzeitig reduziert und in mehreren Ländern Notfallmaßnahmen aktiviert werden. Nur so wurde ein vollständiger Blackout verhindert. Laut ENTSO-E sanken die Netzfrequenzen innerhalb von Sekunden auf 49,74 Hz. Dieser kritische Wert zeigt, wie schnell sich Versorgungslagen zuspitzen können.

Bei diesem Beispiel handelt es sich um einen globalen und extremen Vorfall, doch es zeigt deutlich: Selbst hochentwickelte Energiesysteme werden bei zunehmender Komplexität verwundbarer. Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastruktur müssen entsprechend reagieren. Netzqualität, Redundanzkonzepte und die belastbare Überwachung aller elektrischen Parameter werden zu zentralen Bausteinen für die eigene Versorgungssicherheit.

Untersuchungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigen, dass rund 35 % der deutschen Industrieunternehmen im Jahr 2024 bereits von Stromausfällen betroffen waren. Selbst kurze Unterbrechungen können dabei zu erheblichen Störungen und wirtschaftlichen Einbußen führen.

Treiber der Energietransformation: Dezentralisierung, Elektrifizierung und Effizienzanforderungen

Technologische Innovationen, politische Zielsetzungen und wirtschaftlicher Druck führen zu komplexeren, dynamischeren und zugleich transparenteren Energiesystemen. Zentrale Treiber sind:

Dezentralisierung der Energieerzeugung

Die Zahl von Photovoltaik-Anlagen auf Unternehmensdächern, Windenergieanlagen in regionalen Netzen und Blockheizkraftwerke steigt. Daher beziehen Unternehmen Energie nicht mehr ausschließlich aus dem öffentlichen Netz.

Veränderungen der Lastflüsse

Dezentrale und zugleich volatile Erzeuger verändern die Lastflüsse erheblich, da Energie immer häufiger nicht mehr zum selben Zeitpunkt erzeugt und verbraucht wird. In industriellen Netzen müssen Lasten, Rückspeisungen und Spannungsqualität dadurch unter völlig neuen Anforderungen gemessen werden. Nur so erkennen Unternehmen Überlastungen, Unsymmetrien oder unerwünschte Netzrückwirkungen frühzeitig.

Elektrifizierung vieler Anwendungsbereiche

Elektromobilität, elektrische Prozesswärme, Wärmepumpen oder elektrisch betriebene Produktionsanlagen erhöhen die Anschlussleistungen und führen zu neuen, teils hochdynamischen Lastprofilen. Gerade Ladeinfrastruktur kann – wenn sie unkoordiniert betrieben wird – erhebliche Lastspitzen verursachen und bestehende Netzanschlüsse an ihre Grenzen bringen.

Steigende Effizienz- und Nachweisanforderungen

Energieeffizienzgesetze, CO2-Bilanzierungspflichten und ESG-Reporting verlangen belastbare Energiedaten. Normen und Standards wie die ISO 50001, EN 50600 oder die Anforderungen an die Spannungsqualität nach EN 50160 und EN 61000-2-4 definieren dabei klar, welche Messgrößen, Genauigkeiten und Auswertungen erforderlich sind.

In Summe führen diese Treiber dazu, dass Energietransformation nicht allein eine Frage der Erzeugung ist, sondern vor allem eine Frage der Systembeherrschung. Ohne normkonforme Messtechnik und eine zentrale Auswertung können Unternehmen regulatorische Anforderungen und interne Effizienzziele kaum noch erfüllen. Wer Energieflüsse, Netzqualität und Lastverhalten nicht kontinuierlich überwacht und analysiert, verliert in einem zunehmend komplexen Energiesystem schnell die Kontrolle. Das wirkt sich direkt auf Kosten, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit aus.

Energietransformation im industriellen Alltag – neue Anforderungen an Transparenz und Steuerbarkeit

Im industriellen Alltag zeigt sich die Energietransformation vor allem dort, wo Energieflüsse nicht mehr konstant, sondern dynamisch und wechselseitig wirken. Entscheidungen über Energieeinsatz lassen sich unter diesen Bedingungen nicht mehr auf Basis von Erfahrungswerten oder monatlichen Abrechnungen treffen. Stattdessen ist es operativ notwendig, dass Unternehmen alle relevanten Energieparameter kontinuierlich und datenbasiert bewerten. Das gilt über alle Ebenen hinweg: von der Einspeisung über Unter- und Endverteilungen bis hin zu einzelnen Verbrauchern. Nur wenn Leistung, Spannungsqualität und Auslastung kontinuierlich gemessen werden, lassen sich Zusammenhänge erkennen und gezielt Maßnahmen ableiten.

Damit wird Energiemonitoring vom reinen Dokumentationswerkzeug zum aktiven Führungsinstrument. Unternehmen, die ihre Energieflüsse kontinuierlich bewerten und steuern, gewinnen Kostentransparenz und erhöhen zugleich ihre Betriebssicherheit und Reaktionsfähigkeit. In einem Energiesystem, das durch Volatilität und steigende Komplexität geprägt ist, ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Desktop- und Laptop-Bildschirme mit Janitza-Energiemanagement-Software und TÜV SÜD-Zertifikat-Logo

Energiemanagement leicht gemacht – mit GridVis®

Mit GridVis® können Sie alle Energiedaten in Echtzeit überwachen, historische Verbräuche aufzeichnen und übersichtlich visualisieren. Die Software bietet vielfältige Auswertungsmöglichkeiten – von Lastgängen über Verbrauchsprofile bis hin zur Berechnung von Kennzahlen (EnPIs) für ISO‑50001-Berichte.

Granularität, Genauigkeit und Normkonformität als Fundament der Energietransformation

Ein wirksames Energiemonitoring im Rahmen der Energietransformation steht und fällt mit der Frage, wo, wie genau und nach welchen Regeln gemessen wird. Normen wie die EN 50600-2-2 für Rechenzentren oder die ISO 50001/50006 für Energiemanagementsysteme machen deutlich, dass pauschale Gesamtzähler nicht ausreichen. Unternehmen müssen Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und Leistungsfähigkeit belastbar bewerten. Daher fordern Normen klar definierte Messpunkte entlang der Energieverteilung – von der Einspeisung über Unterverteilungen bis hin zu kritischen Verbrauchern. Diese feine Granularität ist Voraussetzung, damit Energieflüsse verursachungsgerecht analysiert und Optimierungspotenziale gezielt identifiziert werden.

Gleichzeitig gewinnt die Messgenauigkeit erheblich an Bedeutung. Normen geben Mindestanforderungen an Genauigkeitsklassen vor, etwa für Wirkenergie, Wirkleistung oder Strommessungen. Auch die Art der Anwendung und das Granularitätsniveau beeinflussen die benötigte Messgenauigkeit. Janitza greift diese Anforderungen in seinen Messkonzepten auf. Energieanalysatoren wie das UMG 96-EL oder das modulare UMG 800 liefern präzise Messdaten und eignen sich für den Einbau in unterschiedliche Netz- und Anlagenstrukturen.

Normkonformität ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein betrieblicher Vorteil. Sie schafft Vergleichbarkeit, Rechtssicherheit und eine belastbare Datengrundlage für Audits, Berichte und strategische Entscheidungen.

Spannungsqualität und Versorgungssicherheit in transformierten Energiesystemen

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und Elektrifizierung steigen die Anforderungen an die Qualität der elektrischen Energieversorgung deutlich. Moderne Produktionsanlagen, IT-Systeme und automatisierte Prozesse reagieren empfindlich auf Spannungsabweichungen, Oberschwingungen oder kurzzeitige Einbrüche. Typische Herausforderungen sind Spannungsschwankungen durch volatile Einspeiser wie Photovoltaik, Oberschwingungen durch Umrichter und Ladeinfrastruktur oder Unsymmetrien infolge einphasiger Verbraucher. Diese Effekte wirken sich nicht nur auf einzelne Geräte aus, sondern können ganze Anlagenbereiche destabilisieren, Wirkungsgrade verschlechtern oder Schutzmechanismen auslösen. Versorgungssicherheit bedeutet daher nicht allein, dass Strom verfügbar ist, sondern dass er in der erforderlichen Qualität bereitgestellt wird.

Ein professionelles Energiemonitoring muss diese Aspekte systematisch erfassen und bewerten. Dazu werden spannungsqualitätsrelevante Parameter kontinuierlich überwacht, Extremwerten erfasst sowie Daten normgerecht nach etablierten Standards ausgewertet. Lösungen wie die Kombination aus Janitza-Messtechnik und der Software GridVis® ermöglichen genau das: Mit ihnen machen Betreiber Störungen sichtbar, bevor sie zu Ausfällen führen, analysieren Ursachen und leiten präventive Maßnahmen ab. In der Energietransformation wird Spannungsqualität damit zu einem zentralen Faktor für Betriebssicherheit, Effizienz und die erfolgreiche Integration neuer elektrischer Anwendungen.

Wirtschaftlichkeit der Energietransformation: Quick Wins, Skalierung und ROI-Logik

Wirtschaftlichkeit entsteht in der Industrie selten durch „eine große Maßnahme“, sondern durch eine saubere Kette aus Transparenz, vermiedenen Spitzenkosten und weniger Störungen. Gerade Energiemonitoring- und Power-Quality-Projekte werden oft schneller wirtschaftlich, als viele Entscheider erwarten.

Im Janitza ROI-Whitepaper führt Janitza ein Power-Quality-Monitoring ein. Die Payback-Zeit beträgt rund 3,2 Monaten und der ROI 1000 % über 3 Jahre.

Für die Praxis heißt das: Quick Wins entstehen dort, wo Effekte direkt kostenwirksam sind. Typische Hebel sind:

  • Netzentgelte & Lastspitzen: Vermeidung von 15-Minuten-Überschreitungen und bessere Leistungsplanung.
  • Power Quality & Prozessstabilität: Weniger Resets, weniger Ausschuss, weniger Stillstand durch Ursachenklärung.
  • Instandhaltung & Lebensdauer: Frühwarnung und vorbeugende Maßnahmen statt reaktiver Reparatur.

Weitere Informationen im Janitza ROI Webinar (englisch)

Lösungen von Janitza für die Energietransformation

Durch die Energietransformation müssen Unternehmen komplexe Energiesysteme dauerhaft beherrschbar machen. Janitza adressiert diese Herausforderung mit einem systemischen Ansatz, der Messtechnik, Software und anwendungsbezogene Lösungen miteinander verbindet:

Janitza UMG 801 Left EN 1 S

UMG-Messgeräte

Im Zentrum stehen Energie- und Spannungsqualitäts-Analysatoren, die als Datenbasis der Transformation dienen. Geräte wie der modulare Energieanalysator UMG 800, der nach Klasse A zertifizierte Spannungsqualitätsanalysator UMG 512-Pro oder der modulare Netzanalysator UMG 801 sind darauf ausgelegt, elektrische Größen hochgenau zu erfassen. Die modularen Messgeräte lassen sich flexibel an unterschiedliche Netzstrukturen anpassen.

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GridVis®

Ergänzt wird die Messtechnik durch die Netzvisualisierungssoftware GridVis®, die Messdaten zusammenführt, strukturiert und analysiert. GridVis® bildet Energieflüsse transparent ab, unterstützt die Berechnung relevanter Kennzahlen und ermöglicht normkonforme Auswertungen nach etablierten Standards.

Energietransformation mit Project Solutions

Für die aktive Gestaltung der Energietransformation ist auf lange Sicht ein ganzheitlicher Lösungsansatz entscheidend. Im Rahmen von Project Solutions entwickelt Janitza anwendungsbezogene Lastmanagementkonzepte und Automatisierungslösungen. Mit diesen Lösungen priorisieren Unternehmen Lasten, vermeiden Spitzen und steuern Energieflüsse gezielt. Sie verbinden Messdaten mit Steuerungslogiken und sorgen für mehr Transparenz und Effizienz in der Produktion. So wird Energiemonitoring vom reinen Analyseinstrument zum operativen Werkzeug, mit dem Unternehmen die Energietransformation aktiv und sicher gestalten.

Wir beantworten Ihre Fragen

Häufige Fragen zur Energietransformation

Die Energietransformation wirft in der Praxis viele Fragen auf, weil sie technische, wirtschaftliche und organisatorische Aspekte miteinander verbindet. Gerade Unternehmen, die ihre Energieversorgung bisher als stabile Randbedingung betrachtet haben, stehen vor neuen Entscheidungen und Prioritäten. Die folgenden Fragen greifen typische Unsicherheiten auf und ordnen sie aus fachlicher Sicht ein.

Die Energiewende beschreibt primär den gesamtgesellschaftlichen und politischen Umbau des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien. Die Energietransformation geht darüber hinaus und betrachtet, wie Unternehmen diesen Wandel konkret umsetzen und beherrschen. Sie umfasst technische Anpassungen, neue Betriebsstrategien sowie den Einsatz digitaler Systeme zur Messung und Steuerung von Energieflüssen. Damit ist sie stärker auf den industriellen und betrieblichen Kontext fokussiert.

Normen definieren, wie Energie systematisch erfasst, bewertet und verbessert werden soll. Sie geben Anforderungen an Messpunkte, Genauigkeit und Auswertungsmethoden vor und schaffen Vergleichbarkeit sowie Rechtssicherheit. In der Energietransformation dienen sie als Leitplanke, wie Unternehmen technische Lösungen sinnvoll und zukunftssicher auslegen. Gleichzeitig erleichtern sie Audits, Berichte und den Nachweis von Effizienzmaßnahmen.

Nein, auch mittelständische Unternehmen und Betreiber technischer Infrastrukturen sind betroffen. Bereits Ladeinfrastruktur, Photovoltaik oder neue elektrische Verbraucher können bestehende Netze und Kostenstrukturen spürbar verändern. Je kleiner das Unternehmen, desto stärker wirken sich einzelne Lasten oft aus. Transparenz und Steuerbarkeit sind daher unabhängig von der Unternehmensgröße entscheidend.

Der wichtigste Schritt ist eine belastbare Datenbasis durch geeignete Messtechnik und ein zentrales Energiemonitoring. Darauf aufbauend lassen sich Energieflüsse analysieren, Schwachstellen identifizieren und Prioritäten ableiten. Erst wenn klar ist, wo Energie verbraucht, erzeugt oder verloren geht, können Betreiber Maßnahmen wie Lastmanagement oder Effizienzprojekte gezielt umsetzen.